Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

 

bisher gab es drei HNO-Praxen in Forchheim. Seit April 2025 ist eine dieser drei Praxen geschlossen und aufgrund der zunehmend schlechter werdenden Gesundheitspolitik ist derzeit kein Nachfolger in Sicht.

 

Ich werde die Sprechstundenzeiten für gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten auf das gesetzliche Minimum reduzieren müssen. Je mehr Patientinnen und Patienten ich behandle, desto höher sind die Kosten für mich:

  • Jeder fünfte Patient wird nicht vergütet. Das bedeutet, dass ich täglich etwa eine Stunde unbezahlt arbeite, in der ich dennoch meine Angestellten, Verbrauchsmaterialien und laufenden Kosten bezahlen und zudem meine Freizeit opfere.

  • Mir droht ein Regress in Höhe von etwa 40.000 Euro, da meine Behandlungszahlen über dem Durchschnitt liegen.

  • Meine Vergütung wurde seit 2022 um 20 % reduziert.

  • Pro Patient wird nur ein Besuch pro Quartal bezahlt. Erforderliche weitere Termine werden nicht vergütet.

Ich kann und will nicht für meine erbrachte Arbeit bezahlen oder meine Freizeit opfern müssen.

Während die Krankenkassenbeiträge sowie die Kosten für Personal, Verbrauchsmaterialien, Räumlichkeiten, Energie und Servicegebühren für Medizinprodukte deutlich steigen, sinkt die Vergütung für Ärztinnen und Ärzte.

Politik und Krankenkassen wissen genau, was sie tun – dies sind die Ursachen der Zweiklassenmedizin.

 

Bis zum Jahr 2030 sollen 40 Milliarden Euro im Gesundheitswesen eingespart werden, verkündete Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Den Löwenanteil sollen die niedergelassen Ärztinnen und Ärzte in ihren Praxen tragen. Obwohl diese sich exakt für 15,32 % sowohl in 2024 als auch in 2025 für die Gesundheitsausgaben verantwortlich zeichnen.  


Die Pauschalen zur Förderung der fachärztlichen Grundversorgung fallen weg. 
Die Entbudgetierungsziffern für Notfälle/schnelle Terminvergabe wie die 99873 O -/ H und T fallen weg. Die dafür eingeführten fünf zusätzlichen Pflichtstunden als „offene Sprechstunde“ aber bleiben.

 

Das bedeutet einen Realverlust an wirtschaftlicher Leistung für jede Praxis.

 

 

Umfrage zum GKV-Spargesetz: 82 Prozent der HNO-Praxen planen Reduzierung der Kassensprechstunden

 

 

Neumünster, 7. Mai 2026 – 82 Prozent der HNO-Facharztpraxen planen angesichts der GKV-Sparpläne, ihre Sprechzeiten für Kassenpatienten zu kürzen. Mehr als die Hälfte sieht sich gezwungen, Personal abzubauen. Über 80 Prozent gehen davon aus, die Privatsprechstunde auszubauen. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Blitzumfrage unter den Mitgliedern des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte (BVHNO). „Von den Kürzungen im ambulanten Bereich sind insbesondere HNO-Praxen mit vielen Akutpatienten betroffen. Es drohen längere Wartezeiten und eine medizinische Versorgung nach Kassenlage“, warnt der Präsident des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte, Prof. Dr. Jan Löhler.

 

 Als Konsequenz ziehen sich immer Ärzte zurück und Praxen werden nicht nachbesetzt.

 

Außerdem kommt es leider zunehmend zu unverschämtem Verhalten am Telefon sowie an der Anmeldung. Daher haben meine Angestellten – auch ohne Rücksprache mit mir – das Recht, solche Patienten dauerhaft der Praxis zu verweisen und für jegliche weitere Terminvergabe zu sperren.

 

Ihr Dr. Heyder